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Warum ein schöner Moment manchmal mehr verändert als ein perfekter Plan

15. Juli
3 Min. Lesezeit

In der Nacht von Sonntag auf Montag konnte ich kaum schlafen. Immer wieder bin ich aufgewacht, habe auf die Uhr geschaut und gehofft, endlich wieder einzuschlafen. Doch stattdessen kamen neue Gedanken. Sie drehten sich nicht nur um eine einzige Sache. Es war eher eine Mischung aus allem, was mich im Moment beschäftigt.


Ein neues Projekt, das gerade entsteht und gleichzeitig kam meine Mutter von einer kleinen Reise zurück. Sie war erschöpft, was mit 82 Jahren überhaupt nicht ungewöhnlich ist. Trotzdem hat mich dieser Anblick mehr berührt, als ich zunächst dachte. Plötzlich war da dieser Gedanke, den wir wahrscheinlich alle kennen und doch so gerne zur Seite schieben: Unsere gemeinsame Zeit ist endlich.


Es war keine dramatische Nacht. Aber eine, in der mein Kopf einfach nicht zur Ruhe kommen wollte.


Am nächsten Morgen fühlte ich mich, als hätte mir jemand eine Pfanne über den Kopf gezogen. Kennst du dieses Gefühl? Man funktioniert zwar irgendwie, aber alles wirkt ein bisschen langsamer, ein bisschen schwerer und nicht ganz so klar wie sonst.


Früher hätte ich wahrscheinlich versucht, gegen dieses Gefühl anzukämpfen. Ich hätte mich abgelenkt, den Fernseher eingeschaltet oder mich sogar in Arbeit gestürzt, nur damit die Gedanken endlich aufhören.


Heute gehe ich anders damit um.


Ich habe ja das große Glück, dass ich mir meinen Tag selbst einteilen kann, also habe ich genau das getan. Ich bin langsamer aufgestanden als sonst, habe in Ruhe geduscht, meinen Kaffee getrunken und mir Zeit gelassen, überhaupt erst einmal im Tag anzukommen. Danach bin ich Stück für Stück in Bewegung gekommen. Erst ein paar kleine Handgriffe, später ein weiterer Kaffee, ein kleiner Snack und schließlich der Aufbau einer Küche.



Ohne dass ich es geplant hatte, kam meine Energie langsam zurück. Nicht schlagartig und auch nicht nach dem zweiten Kaffee, sondern ganz leise, fast unbemerkt, Schritt für Schritt, bis ich irgendwann merkte, dass ich wieder ganz in meinem Element war.


Am Abend saß ich schließlich auf meinem Bett und arbeitete noch an einem Unternehmenskonzept. Irgendwann schaute ich auf die Uhr und musste fast über mich selbst lachen. Am Morgen hatte ich noch das Gefühl, dieser Tag würde wahrscheinlich nichts mehr werden, und nun musste ich mich regelrecht bremsen, endlich Feierabend zu machen.


Als ich später darüber nachdachte, wurde mir klar, dass dieser Tag mir etwas gezeigt hatte: Wir glauben oft, dass wir gegen unseren Körper arbeiten müssen, wenn wir müde, erschöpft oder innerlich unruhig sind. Aber eigentlich versucht unser Körper die meiste Zeit gar nicht, uns auszubremsen. Er versucht nur, gut für uns zu sorgen.


Gerade unser Nervensystem leistet jeden Tag Erstaunliches. Es verarbeitet ununterbrochen Eindrücke, begleitet uns durch belastende Situationen und versucht immer wieder, ein Gleichgewicht herzustellen. Nach einer unruhigen Nacht oder einer emotional belastenden Situation braucht es deshalb oft keinen perfekten Plan. Viel hilfreicher sind manchmal kleine Signale von Sicherheit: eine warme Dusche, eine Tasse Kaffee, eine Meditation, ein gutes Gespräch, die Natur oder einfach das Gefühl, sich nicht zusätzlich unter Druck setzen zu müssen.


Das bedeutet natürlich nicht, dass sich jeder morgens dafür mehr Zeit nehmen kann. Viele müssen pünktlich zur Arbeit, Kinder versorgen oder andere Verpflichtungen erfüllen. Das Leben lässt sich nicht immer an unser eigenes Tempo anpassen. Aber vielleicht gibt es trotzdem kleine Momente, die wir uns schenken können.

Wie zum Beispiel fünf Minuten bewusst den Kaffee trinken.

Ein paar tiefe Atemzüge vor dem Büro.

Ein kurzer Spaziergang in der Mittagspause.

Oder einfach den Gedanken: Heute muss ich nicht perfekt funktionieren. Heute darf ich gut mit mir umgehen.

Ich glaube inzwischen, dass genau darin oft der eigentliche Wendepunkt liegt. Nicht der perfekte Plan verändert unseren Tag, sondern die Art und Weise, wie wir uns selbst begegnen. Je liebevoller wir mit uns umgehen, desto eher findet unser Körper häufig wieder in seinen eigenen Rhythmus zurück. Genau das durfte ich an diesem Tag wieder einmal erleben.



Drei Fragen für dich


💭 Wann hast du deinem Körper das letzte Mal wirklich zugehört, statt gegen ihn anzukämpfen?


💭 Welche kleinen Momente helfen dir dabei, wieder in deine Kraft zu kommen?


💭 Was würde sich verändern, wenn du dir an anstrengenden Tagen mit derselben Freundlichkeit begegnen würdest wie einem guten Freund oder einer guten Freundin?


Ich freue mich auf den Austausch


Mich würde interessieren, ob du solche Tage auch kennst. Tage, an denen morgens alles schwer erscheint und sich am Abend plötzlich vieles leichter anfühlt.


Wenn du magst, erzähl mir gerne in den Kommentaren davon. Und wenn dir ein persönlicher Austausch lieber ist, kannst du mir jederzeit an lebensfreudeistherzsamkeit@gmail.com schreiben. Nicht alles möchte man öffentlich teilen – und das ist völlig in Ordnung.


Wenn dich solche Gedanken begleiten, findest du hier im Blog, in meinem Newsletter und auf Instagram unter @herzsamkeit_lebensfreude regelmäßig neue Impulse.


Und vielleicht nimmst du heute nur diesen einen Gedanken mit:


Manchmal braucht unser Körper keinen besseren Plan. Er braucht nur das Gefühl, dass wir auf seiner Seite sind.

Fühl dich gedrückt.


Gitti 💛

 
 
 

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