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Die Frau auf der Bettkante und die Frau, die ich heute bin

vor 5 Tagen
11 Min. Lesezeit

Was zwischen diesen beiden Frauen liegt, ist ein ganzes Leben.


Gestern ist mein Buch „Die Löwin auf der Bettkante“ erschienen. Allein diesen Satz zu schreiben, fühlt sich ein bisschen besonders an, denn dieses Buch enthält persönlichere Passagen als alles, was ich bisher veröffentlicht habe. Ich erzähle darin von einer Zeit meines Lebens, in der ich vieles gleichzeitig war: Mutter, Ehefrau, Organisatorin, Kümmerin, Problemlöserin und diejenige, die dafür sorgte, dass der Alltag irgendwie funktionierte. Und irgendwann war ich eben auch diese Frau, die auf der Bettkante saß und nicht mehr so recht wusste, wo eigentlich ihre Kraft geblieben war.


Heute liegen ungefähr dreißig Jahre zwischen dieser Frau und mir. Dreißig Jahre voller Erfahrungen, Entscheidungen, Veränderungen, schöner Zeiten, schwieriger Zeiten, Umwege und Neuanfänge. Während ich dieses Buch geschrieben habe, habe ich nicht nur auf das geschaut, was damals passiert ist, sondern vor allem darauf, was es mit mir gemacht hat und was ich heute daraus mitnehme.


Denn dieses Buch ist keine Bilanz meines Lebens und keine Anklage gegen Menschen, die ein Teil davon waren. Es geht nicht darum, nach so vielen Jahren festzustellen, wer etwas richtig oder falsch gemacht hat. Es ist mein Blick darauf, was ich damals gefühlt habe, wie ich mein Leben erlebt habe und was ich dreißig Jahre später über mich selbst darin erkennen kann.


Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum es sich richtig anfühlt, diese Geschichte heute zu erzählen.


Mensch Mädel, du bist doch eigentlich ein kleiner Wirbelwind


Wenn ich der Frau auf der Bettkante heute gegenübersitzen könnte, würde ich ihr wahrscheinlich nicht als Erstes irgendeine große Lebensweisheit erzählen. Ich würde sie anschauen und irgendwann sagen: „Mensch Mädel, du bist doch eigentlich auch ein kleiner Wirbelwind. Nutze diese Eigenschaft nicht nur, um deinen Alltag zu regeln, sondern auch, um dir Freude in dein Leben zu bringen.“


Denn genau das habe ich erst in den vergangenen Jahren wieder sehr deutlich erkannt. Als Kind und als junge Frau hatte ich unglaublich viel Lebendigkeit in mir. Ich war neugierig, spontan, hatte Ideen und wollte etwas erleben. Diese Lebendigkeit ist nicht an einem bestimmten Tag verschwunden, und niemand hat sie mir einfach weggenommen. Sie wurde mit den Jahren nur immer leiser, weil so vieles andere wichtiger erschien und meine Energie an anderen Stellen gebraucht wurde.


Ich habe meinen Wirbelwind durchaus behalten. Nur durfte er sich hauptsächlich darum kümmern, dass der Laden läuft.


Heute kann ich darüber sogar ein bisschen schmunzeln, weil es rückblickend so offensichtlich erscheint. Da war eine Menge Energie vorhanden, nur habe ich einen großen Teil davon dafür verwendet, Dinge zu organisieren, Probleme zu lösen, Verantwortung zu übernehmen und mich um das zu kümmern, was gerade anstand. Für die Frage, was mir selbst eigentlich Freude macht, was mich lebendig werden lässt oder worauf ich einfach einmal Lust hätte, blieb wesentlich weniger Raum.


Vielleicht verlieren wir unsere Kraft manchmal gar nicht. Vielleicht verbrauchen wir sie vollständig dafür, dass alles andere funktioniert.

Ich kann das alleine – aber muss ich das eigentlich immer?


Wenn ich auf diese Jahre zurückblicke, sehe ich nicht nur Erschöpfung. Ich sehe auch, wie viel Stärke in dieser Zeit entstanden ist. Ich habe gelernt, Dinge zu regeln, Entscheidungen zu treffen, Lösungen zu finden und weiterzumachen, wenn es schwierig wurde. Ich weiß heute, dass ich mich auf mich verlassen kann, und darauf bin ich stolz.


Nur hat auch Stärke ihre Kehrseite. Wer sehr lange erlebt, dass sie Dinge alleine bewältigen kann, entwickelt irgendwann ein ziemlich überzeugendes „Ich schaffe das schon“. Das ist praktisch, solange es darum geht, ein Problem zu lösen. Weniger praktisch wird es, wenn daraus unbemerkt die Vorstellung entsteht, man müsse grundsätzlich alles alleine tragen.


Heute bedeutet Stärke für mich deshalb etwas anderes als früher. Natürlich weiß ich noch immer, dass ich vieles alleine kann. Aber ich möchte es nicht mehr immer müssen. Ich darf Unterstützung annehmen, Bedürfnisse aussprechen, Grenzen wahrnehmen und mir Menschen an meine Seite holen. Ich darf stark sein und trotzdem weich bleiben.


Vielleicht ist das sogar eine meiner wichtigsten Erkenntnisse aus diesen Jahren: Ich muss meine Stärke nicht ständig dadurch beweisen, dass ich alles alleine schaffe.

Dieses Buch erzählt meine Wahrheit – nicht die Wahrheit aller anderen


Ein Buch mit persönlichen Passagen zu veröffentlichen bedeutet natürlich auch, etwas von sich zu zeigen. Ich schreibe darin über Gefühle und Situationen, die zu meinem Leben gehört haben, und damit mache ich mich ein Stück weit sichtbar. Trotzdem war mir beim Schreiben eines besonders wichtig: Niemand aus meinem Leben sollte auf einer Anklagebank landen.


Menschen erleben dieselbe Situation schließlich nicht automatisch gleich. Zwei Menschen können viele Jahre miteinander verbringen und später vollkommen unterschiedliche Erinnerungen daran haben. Jeder schaut durch seine eigenen Erfahrungen, Bedürfnisse und Gefühle auf diese gemeinsame Zeit. Deshalb erhebt mein Buch nicht den Anspruch zu sagen: So war es. Es sagt: So habe ich es erlebt. So hat es sich für mich angefühlt. Und das hat es mit mir gemacht.


Ich finde diesen Unterschied wichtig, denn auch wenn wir über unser eigenes Leben sprechen, müssen wir daraus keine Schuldgeschichte machen. Menschen entwickeln sich unterschiedlich, Bedürfnisse verändern sich und manchmal merken wir erst Jahre später, was uns gefehlt hat. Manches hätten wir damals vermutlich nicht einmal benennen können. Unsere Gefühle werden dadurch nicht weniger wahr.


Es gibt keine Punktetabelle für schwere Zeiten


Während ich mein Buch geschrieben habe, kam mir noch ein anderer Gedanke immer wieder. Es wird Frauen geben, die meine Geschichte lesen und viel Schwereres erlebt haben. Andere werden vielleicht denken, dass ihr eigenes Leben doch eigentlich ganz gut war und sie deshalb gar keinen Grund gehabt hätten, erschöpft, traurig oder unzufrieden zu sein.


Aber wer entscheidet eigentlich, ab wann etwas schwer genug ist?

Wir neigen dazu, unsere Erfahrungen miteinander zu vergleichen. Die andere hatte es schlimmer. Jemand anderes hat viel größere Probleme. Eigentlich müsste ich doch zufrieden sein. Und schon fangen wir an, unsere eigenen Gefühle kleinzureden, weil irgendwo ein anderer Mensch einen noch schwereren Rucksack trägt.

Nur hilft uns das nicht dabei, den eigenen besser zu tragen.


Es kommt für mich heute nicht darauf an, welche Geschichte von außen dramatischer erscheint. Entscheidend ist, wie sich mein Leben für mich angefühlt hat, was bestimmte Erfahrungen mit mir gemacht haben und wie ich damit umgegangen bin.


Schwere Zeiten brauchen keine Rangliste, damit sie schwer sein dürfen.

Und genauso wenig brauchen wir eine besonders dramatische Vergangenheit, um irgendwann innezuhalten und uns zu fragen, ob wir unser Leben heute noch genauso weiterleben möchten.


Wer bin ich eigentlich in all diesen Jahren geworden?


Wenn wir auf unser Leben zurückblicken, schauen wir häufig auf das, was passiert ist: Ausbildung, Beruf, Partnerschaften, Kinder, Trennungen, Krankheiten, Umzüge, Verluste, Erfolge und all die großen und kleinen Ereignisse, aus denen sich unsere persönliche Geschichte zusammensetzt. Wir könnten wahrscheinlich eine ziemlich lange Liste daraus machen und würden trotzdem manches vergessen.


Vor einiger Zeit habe ich selbst einmal meinen Lebenslauf mit etwas Abstand betrachtet, und dabei wurde mir gespiegelt, wie viel ich in all diesen Jahren eigentlich gelernt, gemacht und entwickelt habe. Meine erste Reaktion darauf war fast Verwunderung, denn ich selbst hatte das nie so gesehen. Für mich waren es einzelne Stationen meines Lebens gewesen. Eins kam nach dem anderen, manches habe ich bewusst gewählt, anderes hat sich ergeben, und zwischendurch war ich viel zu sehr damit beschäftigt, mein Leben zu leben, als darüber nachzudenken, was all diese Erfahrungen eigentlich über mich erzählen.



Inzwischen begegnet mir dieser Blick auch durch andere Menschen. Wenn mir jemand sagt, dass er mich als kluge und gebildete Frau wahrnimmt, dann berührt mich das nicht deshalb, weil dieser Mensch meinen Lebenslauf kennt oder weiß, welche Ausbildungen ich irgendwann gemacht habe. Es berührt mich, weil er sieht, wie ich denke, wie ich mit Menschen umgehe, wie wichtig mir meine Familie ist, wie ich meine Arbeit mache und wie ich versuche, all die verschiedenen Bereiche meines Lebens miteinander zu verbinden.


Auch wenn Menschen, die mich schon sehr lange kennen, mir sagen, dass sie meine Entwicklung der vergangenen Jahre sehen, nehme ich das heute anders an. Selbst ein Blick meiner Mutter kann mir manchmal etwas spiegeln, für das es überhaupt keine großen Worte braucht.


Und darauf bin ich stolz. Nicht im Sinne von: Schaut her, was ich alles geleistet habe. Sondern weil ich langsam begreife, dass all diese Jahre etwas mit mir gemacht haben und dass Entwicklung nicht nur in Zertifikaten, beruflichen Erfolgen oder großen Lebensentscheidungen sichtbar wird. Sie zeigt sich darin, wie wir heute mit uns und anderen umgehen, welche Entscheidungen wir treffen, was wir nicht mehr mitmachen, wofür wir einstehen und was uns wichtig geworden ist.


Vielleicht sehen wir unsere eigene Entwicklung manchmal deshalb so schwer, weil wir bei jedem einzelnen Schritt dabei waren.

Entwicklung hört nicht irgendwann auf


Ausgerechnet während ich an diesen Gedanken arbeite, hat mir meine Yogalehrerin geschrieben. Wir kennen uns schon lange, sie war früher während einer Ausbildung mein Buddy und kennt mich deshalb auch ein gutes Stück persönlich. In ihrer Nachricht ging es um etwas, das zunächst ziemlich unspektakulär klingt: Ich lerne gerade, verbindlicher mit meiner Zeit und meinen Vereinbarungen umzugehen.


Und genau solche kleinen Dinge meine ich.

Persönliche Entwicklung muss nicht immer bedeuten, dass wir unser komplettes Leben umkrempeln, einen riesigen Durchbruch erleben oder plötzlich ein völlig anderer Mensch werden. Manchmal bedeutet sie schlicht, dass wir an einer Stelle genauer hinschauen und feststellen: Da möchte ich heute anders mit mir umgehen.


Auch mit 64 bin ich damit nicht fertig, und ehrlich gesagt möchte ich es auch gar nicht sein. Ich kann heute stolz auf meine Entwicklung sein und gleichzeitig feststellen, dass es noch Dinge gibt, die ich lernen möchte. Das eine nimmt dem anderen nichts weg. Im Gegenteil: Vielleicht gehört genau das für mich inzwischen zu einem liebevollen Umgang mit mir selbst – mich nicht dafür zu verurteilen, dass etwas noch nicht perfekt funktioniert, sondern hinzuschauen und zu überlegen, was ich daraus lernen kann.


Manches erkennen wir selbst. Manches wird uns von anderen gespiegelt. Und manchmal merken wir, dass wir an einem Punkt immer wieder hängenbleiben und alleine nicht so recht weiterkommen. Auch das ist kein Versagen. Dann darf es hilfreich sein, sich einen Raum zu nehmen, in dem jemand zuhört, Fragen stellt und dabei hilft, die eigenen Gedanken zu sortieren. Genau dafür öffne ich in meiner Arbeit diesen Raum.


Ich musste nicht wieder die Frau werden, die ich einmal war


Ich habe in einem Workshop einmal einen Liebesbrief an mich selbst geschrieben. Darin stand sinngemäß, dass ich mich trotz allem nie wirklich verloren habe, auch wenn es sich zwischendurch vielleicht so angefühlt hat. Dass ich gefallen und wieder aufgestanden bin, immer wieder, und dass all diese Erfahrungen mich zu der Frau gemacht haben, die ich heute bin.

Stark, weich und klar.

Dieser Gedanke berührt mich bis heute, denn vielleicht musste ich gar nicht wieder die Frau werden, die ich einmal war. Vielleicht durfte ich entdecken, dass sie noch immer ein Teil von mir ist. Und nein, ich möchte heute nicht noch einmal 25 sein. Wirklich nicht. 54 würde ich nehmen, darüber könnten wir reden. Aber ansonsten möchte ich die Frau bleiben, die ich heute bin, mit allem, was sie inzwischen weiß und erlebt hat. Ich möchte nur der Lebendigkeit der jungen Gitti wieder mehr Platz neben all der Erfahrung der heutigen geben. Das scheint mir eine ziemlich gute Mischung zu sein.


Worauf ich heute stolz bin


Ich bin stolz, wenn ich zurückblicke und sehe, was ich in meinem Leben gemeistert habe, auch wenn manches nicht einfach war. Ich bin stolz auf meine Kinder und darauf, wie sie sich entwickelt haben. Und ich bin dankbar dafür, dass Familie für uns heute nicht davon abhängt, was auf irgendeinem Papier steht.


Lebenswege verändern sich, Beziehungen verändern ihre Form und trotzdem kann etwas bleiben, das mir unglaublich wichtig ist: Herzlichkeit, Verbundenheit und Liebe. Vielleicht ist auch das etwas, das ich heute anders sehe als früher. Nicht alles, was seine ursprüngliche Form verliert, ist deshalb gescheitert. Manches verändert sich und bekommt später einen anderen Platz im Leben.


Wenn ich heute auf die Frau auf der Bettkante schaue, möchte ich deshalb nicht nur sehen, wie erschöpft sie damals war. Ich möchte ihr auch zugestehen, was sie aus all den Jahren gemacht hat. Nicht perfekt und nicht ohne Umwege, aber sie ist weitergegangen.

Ich habe lange geglaubt, Stärke bedeute, immer wieder aufzustehen und weiterzumachen. Heute weiß ich, dass Stärke auch bedeuten kann, mich zu fragen, wohin ich überhaupt weitergehen möchte.

Und jetzt darf ein bisschen von dieser Liebe zu mir zurückkommen


Viele Jahre meines Lebens waren davon geprägt, Verantwortung zu übernehmen, mich zu kümmern und dafür zu sorgen, dass es den Menschen, die ich liebe, gutgeht. Das würde ich rückblickend auch nicht einfach aus meinem Leben streichen wollen, denn Fürsorge, Verbundenheit und Familie gehören zu mir. Ich lebe das! Und trotzdem darf sich etwas verändern.


Ich möchte in den kommenden Jahren einen Teil dieser Aufmerksamkeit auch mir selbst schenken, nicht erst dann, wenn alles andere erledigt ist, nicht als Belohnung dafür, dass ich vorher besonders fleißig funktioniert habe und schon gar nicht mit schlechtem Gewissen.


Ich möchte wieder mehr von dem kleinen Wirbelwind in mein Leben lassen. Ich möchte lachen, lieben, neugierig bleiben, Neues kennenlernen, Ideen entwickeln, Pläne machen und sie notfalls wieder umwerfen. Ich möchte Menschen begegnen, mich überraschen lassen und herausfinden, was dieses Leben noch für mich bereithält.


Nicht weil mein bisheriges Leben schlecht gewesen wäre, sondern weil es mein Leben ist und ich heute bewusster entscheiden kann, wie ich es gestalten möchte. Und vielleicht werden nicht alle Menschen jede meiner Entscheidungen verstehen, manches wird vielleicht von außen ungewöhnlich aussehen. Das darf es. Ich habe viele Jahre gelernt, Verantwortung für mein Leben zu übernehmen. Dazu gehört für mich inzwischen auch, Verantwortung für meine Freude zu übernehmen.


Was ich mir für die Frau wünsche, die meine Löwin liest


Natürlich wünsche ich mir, dass mein Buch berührt. Ich freue mich, wenn eine Frau beim Lesen denkt: „Ja, genau so hat sich das bei mir auch angefühlt.“ Aber noch viel mehr wünsche ich mir, dass sie irgendwann aufhört, nur meine Geschichte zu lesen, und anfängt, auf ihre eigene zu schauen.


Nicht auf das Haus, das sie besitzt, auf ihren Beruf, ihren Kontostand oder darauf, welcher Mensch gerade an ihrer Seite ist. Sondern auf sich.


Wer bist du in all diesen Jahren geworden?

Was hast du längst geschafft, ohne es jemals wirklich gewürdigt zu haben?

Welche Kraft steckt in dir?

Welche Bedürfnisse hattest du früher und welche hast du heute?

Welche Seite von dir ist irgendwann leiser geworden, weil für sie kaum noch Platz war?

Und vielleicht auch:

Hast du dein Leben gelebt, oder hast du hauptsächlich dafür gesorgt, dass das Leben um dich herum funktioniert?


Ich möchte mit diesem Buch niemandem sagen, wie sie ihr Leben verändern soll. Ich habe diese Antwort für keinen anderen Menschen, denn das ist auch nicht meine Aufgabe. Aber ich wünsche mir, dass die eine oder andere Frau nach der letzten Seite ein bisschen neugieriger auf sich selbst geworden ist. Vielleicht erkennt sie ihre eigene Stärke, hört ein Bedürfnis, das schon ziemlich lange leise anklopft, oder erinnert sich plötzlich an eine Seite von sich, von der sie dachte, sie wäre längst verschwunden.

Dann hätte meine Löwin ziemlich viel erreicht.


Die Frau auf der Bettkante und ich


Gestern habe ich ihre Geschichte hinaus in die Welt geschickt. Das fühlt sich persönlich an, ein bisschen aufregend und vor allem richtig.


Ich weiß heute nicht auf jede Frage, die ich damals hatte, eine Antwort. Und ich glaube inzwischen auch nicht mehr, dass wir irgendwann an einen Punkt kommen, an dem unser Leben fertig verstanden vor uns liegt. Ich entwickle mich weiter, entdecke neue Seiten an mir, verwerfe Dinge, bekomme neue Ideen und werde vermutlich auch in Zukunft gelegentlich denken: Meine Güte, Gitti, was machst du denn jetzt schon wieder?

Das gehört inzwischen dazu.


Ich weiß nicht, was die nächsten Jahre alles für mich bereithalten. Aber ich weiß, dass ich ihnen nicht mehr nur meine Stärke zur Verfügung stellen möchte. Ich möchte ihnen auch meine Lebendigkeit schenken und mir selbst ein bisschen von der Liebe geben, die ich so viele Jahre ganz selbstverständlich an andere verteilt habe.


Und wenn ich heute noch einmal neben dieser Frau auf der Bettkante sitzen könnte, würde ich vermutlich irgendwann ihren Arm nehmen und ihr sagen:

„Mensch Mädel, du hast keine Ahnung, was noch alles kommt.“

Und ich glaube, die Frau, die ich damals war, hätte mich angesehen, vielleicht ein bisschen ungläubig gelächelt und irgendwann gefragt:

„Na dann – worauf wartest du?“

Gute Frage... Ich glaube, auf gar nichts mehr. 🦁


Wenn du „Die Löwin auf der Bettkante“ lesen möchtest, findest du hier [LINK ZUM BUCH]. Vielleicht entdeckst du darin ein Stück meiner Geschichte. Noch schöner wäre es für mich, wenn du dabei auch das eine oder andere Stück deiner eigenen wiederentdeckst.


Und wenn du beim Lesen merkst, dass du selbst einmal genauer auf deine Geschichte, deine Bedürfnisse oder einen nächsten Schritt schauen möchtest, schreib mir gerne persönlich oder buch dir direkt einen unverbindlichen Gesprächsmoment mit mir. Manchmal brauchen wir keine fertige Antwort, sondern zunächst einen Raum, in dem wir unsere eigenen wieder hören können.


Fühl dich gedrückt.


Gitti 💛

 
 
 

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