Ich vertraue dem Leben. Wirklich?
- Gitti Globig
- 7. Mai
- 4 Min. Lesezeit
Heute Morgen saß ich in einer Meditation.
Der Satz war ganz einfach und gleichzeitig so klar:
„Ich vertraue dem Leben, weil ich mir selbst vertraue.“
Während ich ihn gehört habe, ist in mir etwas ruhig geworden, aber nicht im Sinne von entspannt oder leicht. Es war eher dieser ehrliche Moment, in dem ich gemerkt habe, dass da mehr ist als nur Vertrauen.

Wenn ich ganz genau hinspüre, dann fühlt es sich an manchen Stellen eher so an, als würde ich zwar weitermachen… aber innerlich längst nicht mehr überall daran glauben, dass sich wirklich etwas bewegt.
Und ich glaube, genau dieses Gefühl kennen viele.
Du gehst durch deinen Tag, erledigst Dinge, kümmerst dich, bist da – für andere, für Verpflichtungen, für all das, was eben gemacht werden muss. Du gibst dein Bestes, wirklich. Und trotzdem bleibt dieses leise Gefühl, dass sich in den Bereichen, die dir eigentlich am wichtigsten sind, nichts verändert.
Kein spürbarer Fortschritt. Kein Moment, in dem du denkst:
Ja, genau dafür mache ich das alles.
Und irgendwann taucht diese Frage auf, ganz leise, fast nebenbei:
Vertraue ich dem Leben wirklich – oder habe ich innerlich an manchen Stellen schon ein Stück aufgegeben?
Ich habe mich das heute gefragt.
Ein ganz normaler Tag…
und irgendwie doch nicht
Nach einem Tag, der von außen betrachtet völlig normal war. Krankenhaus, Termine, Einkaufen, durch die Stadt laufen, der Versuch, mir selbst etwas Gutes zu tun und gleichzeitig dieses Gefühl, dass mich nichts davon wirklich erreicht. Es war alles da, aber es hat sich nicht lebendig angefühlt.
Und dann kommen diese kleinen Situationen, die plötzlich mehr mit dir machen, als du es erwartet hättest.
Wenn Hoffnung leise wird
Eine Nachricht, die anders ausfällt als gehofft. Ein Mensch, von dem du dir mehr Interesse wünschen würdest. Ein Moment, in dem du merkst, wie schnell du innerlich reagierst.
Bei mir war da heute Wut. Und ehrlich gesagt auch Enttäuschung. Nicht laut oder übertrieben – eher dieses stille innere Trotzgefühl „Dann eben nicht“, gepaart mit dem Gefühl, dass ich eigentlich etwas ganz anderes gebraucht hätte.
Und genau da wurde es für mich spannend.
Denn unter dieser ersten Reaktion lag etwas viel Klareres:
Der Wunsch, gesehen zu werden.
Der Wunsch nach Nähe.
Der Wunsch, dass sich endlich etwas bewegt.
Wenn Geben zur Gewohnheit wird
Und dann kommt eine andere Nachricht und ich merke gleichzeitig, wie schnell ich wieder in meinem gewohnten Muster bin. Sobald jemand etwas braucht, bin ich da. Ich höre zu, sehe sofort Zusammenhänge, habe Ideen, Struktur, Lösungen. Das fällt mir leicht, das ist meine Stärke – und ja, ich liebe das auch.
Aber heute habe ich mich gefragt, was eigentlich mit all dieser Energie passiert, wenn sie ständig nach außen fließt und kaum bewusst zu mir zurückkommt.
Und ich sage dir ganz ehrlich: Genau das erschöpft.
Nicht das Geben an sich, sondern dieses Ungleichgewicht.
Dieses Gefühl, dass deine Stärke zwar gebraucht wird, aber nicht wirklich ankommt, oder dass die Liebe dahinter nicht wahrgenommen wird.
Was ich wirklich brauche
Kennst du auch diesen Satz, der eigentlich so lieb gemeint ist?
„Mit dir kann man Pferde stehlen.“
Ich habe ihn auch schon gehört.
Und ja – er ist wertschätzend gemeint und er sagt dir,
dass man sich auf dich verlassen kann,
dass du stark bist,
und dass du immer da bist.
Aber wenn ich ehrlich bin, kann er auch richtig weh tun. Weil er genau das bestätigt, was ohnehin schon da ist:
👉 dass du diejenige bist, die hält
👉 die mitgeht
👉 die trägt
👉aber nicht die, die einfach mal gehalten wird.

Dieser eine kleine Moment, in dem dich jemand einfach in den Arm nimmt, dir Nähe und Aufmerksamkeit schenkt und sagt:
Ich sehe dich.
Und ja, ich stehe dazu:
Das macht etwas mit mir. Es frustriert mich. Es nimmt mir an manchen Tagen die Leichtigkeit. Und es lässt mich auch zweifeln, ob das, was ich mir aufbaue, wirklich irgendwann trägt. Ich wollte es leichter, lockerer und mit gegenseitiger Bereicherung teilen sowie wachsen.
Denn wenn sich etwas bewegt, wenn du Erfolge siehst, wenn du Resonanz bekommst, dann entsteht automatisch Energie. Dann fühlst du dich lebendig, hast Lust, Freude, bist motiviert und fühlst dich getragen. Und genau das fehlt mir manchmal.
Und während ich heute so in diesen Gedanken war, kam ein Impuls, der mich ehrlich gestoppt hat. Womöglich geht es gar nicht nur darum, dass sich im Außen nichts bewegt. Vielleicht geht es auch darum, wo ich meine Energie hingebe – und vor allem warum?
Was Vertrauen vielleicht wirklich bedeutet
Vertrauen in das Leben bedeutet nicht nur, weiterzumachen und zu hoffen, dass irgendwann etwas passiert.
Vertrauen in mich selbst bedeutet auch, ehrlich hinzuschauen und zu erkennen, wo ich mich selbst gerade übergehe.
Wo gebe ich, obwohl ich es eigentlich leid oder müde bin?
Wo hoffe ich, dass etwas zurückkommt, obwohl es gar nicht da ist?
Und wo gebe ich mir gerade nicht das, was ich mir von außen wünsche?
Und vielleicht ist genau das einer der ehrlichsten Punkte überhaupt.
Zu merken, dass du dem Leben zwar grundsätzlich vertraust… aber dir selbst an manchen Stellen nicht mehr wirklich glaubst.
Hier beginnt Veränderung. Sie ist nicht laut und auch nicht sofort sichtbar, Aber sie zeigt sich in dem Moment, in dem du aufhörst, dich selbst zu übergehen und anfängst, dich wieder ernst zu nehmen.
Ein paar Fragen für dich
Vielleicht magst du kurz bei dir einchecken:
In welchem Bereich deines Lebens hast du gerade das Gefühl, dass sich nichts bewegt?
Wo gibst du viel – und bekommst wenig Resonanz zurück?
Und was würdest du dir eigentlich wünschen, wenn du ganz ehrlich bist?
Dein nächster Schritt
Du musst heute nichts lösen. Du musst auch nichts erzwingen.
Vielleicht reicht es, diesen Gedanken mitzunehmen:
👉 Ich darf dem Leben vertrauen – und gleichzeitig besser auf mich achten.
Wenn du merkst, dass dich genau diese Themen immer wieder begleiten und du tiefer hinschauen möchtest, dann darfst du dir Unterstützung holen.
In meinem 3-Wochen-Klarheitsprozess entsteht genau dieser Raum – ehrlich, ruhig und ohne Druck.
Und wenn du erstmal klein anfangen möchtest: In meinem Newsletter teile ich regelmäßig solche Gedanken aus meinem Alltag. Nicht perfekt, aber echt.
Dein persönlicher Abschluss

Wenn dich der Text beim Lesen an eine Situation erinnert hat oder etwas in dir ausgelöst hat, dann schreib mir gerne. Ich freue mich auf den Austausch mit dir.
Fühl dich gedrückt
Gitti 💛


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