Ein ganz normaler Tag
- Gitti Globig
- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Du willst einfach nur abschalten – aber du kommst nicht bei dir an

Kennst du das eigentlich auch?
Es ist kein Zufall, dass mir genau diese Szenen immer wieder begegnen. Nicht nur in meinen Coachings, sondern auch im ganz normalen Alltag. Wenn ich durch die Straßen gehe, Menschen beobachte oder einfach nur wahrnehme, wie viele Frauen und auch Männer durch ihren Tag gehen – angespannt, in Gedanken, selten wirklich bei sich. Nach außen wirkt alles organisiert, geregelt, scheinbar im Griff. Und gleichzeitig liegt da etwas darunter, das man spürt, wenn man einen Moment länger hinschaut.
Am Abend zeigt sich das oft besonders deutlich. Du sitzt auf dem Sofa, das Handy in der Hand, während im Hintergrund der Fernseher läuft. Neben dir vielleicht dein Partner, körperlich anwesend, aber innerlich genauso weit weg. Im Nebenraum sind noch Geräusche, der Tag ist noch nicht ganz zu Ende. Und dann gibt es diesen einen kurzen Moment, in dem du innehältst und denkst: Eigentlich interessiert mich das alles gar nicht. Und fast im selben Atemzug kommt der nächste Gedanke: Ich muss jetzt einfach noch durchhalten, der Tag ist noch nicht vorbei. Morgen wird alles besser. Morgen nehme ich mir Zeit für mich. Morgen ist ein neuer Tag.
Und genau hier beginnt etwas, das viele übergehen.
Denn seien wir ehrlich: Es geht nicht um das Handy. Es geht nicht um den Fernseher. Es geht nicht um den Abend. Es geht um dich. Um diesen einen Moment, in dem du die Möglichkeit hättest, einmal bewusst wahrzunehmen, was eigentlich los ist. Ehrlich hinzuschauen. Kurz innezuhalten. Und stattdessen lenkst du dich wieder ab.
Warum?
Warum bleibst du nicht einfach mal bei dir?
Warum weichst du genau diesem Moment aus?
Vielleicht nicht, weil du es nie gelernt hast, sondern weil du es anders gelernt hast. Weil dir vorgelebt wurde, dass Alltag eben so ist. Dass Beziehungen sich verändern. Dass dieses „Leichte“ irgendwann verschwindet. Dass man weitermacht, sich zusammenreißt und nicht bei jeder inneren Regung stehen bleibt. Und ja, das Leben verändert sich. Aber das bedeutet nicht, dass du dich selbst dabei verlieren musst.
Vielleicht glaubst du, dass jetzt nicht der richtige Moment ist, ehrlich hinzuschauen. Vielleicht denkst du, du musst stark sein, dich im Griff haben, darfst dich nicht „so zeigen“. Vielleicht hast du Angst, dass andere dich bewerten könnten.
Dass sie denken: Was ist denn mit ihr los?
Aber die Wahrheit ist: Die meisten Menschen haben keine Ahnung, was wirklich in dir vorgeht. Sie sehen dein Verhalten, aber nicht deine Geschichte. Sie interpretieren – und du richtest dich danach aus.
Und genau das ist der Punkt, an dem du dich selbst verlässt.
Achtsamkeit bedeutet nicht nur, dich selbst besser wahrzunehmen. Achtsamkeit bedeutet auch, im Miteinander anders zu werden. Weniger schnell zu urteilen. Weniger zu bewerten. Mehr Raum zu lassen für das, was wir nicht sofort verstehen. Vielleicht ist die Frau, die gerade still ist, nicht distanziert, sondern einfach erschöpft. Vielleicht ist der Mann, der sich zurückzieht, nicht gleichgültig, sondern gerade mit sich selbst beschäftigt. Vielleicht wäre es an der Zeit, nicht sofort zu urteilen, sondern einen Schritt zurückzugehen und zu denken: Es wird einen Grund geben.
Und gleichzeitig gilt das auch für dich.
Du musst dich nicht erklären. Du musst dich nicht rechtfertigen. Und du musst auch niemanden analysieren, um ihn zu verstehen. Ich kenne dieses Muster selbst – dieses ständige Versuchen, das Verhalten des anderen zu deuten, zu verstehen, Lösungen zu finden. In der Hoffnung, Nähe herzustellen. Aber echte Verbindung entsteht nicht durch Analyse. Sie entsteht durch Präsenz. Und manchmal auch dadurch, dass du den anderen einfach sein lässt.

Und während du vielleicht gerade noch auf diesem Sofa sitzt, das Handy in der Hand, könnte genau jetzt der Moment sein, in dem du dich entscheidest, das Handy aus der Hand zu legen, kurz die Augen zu schließen, tief einzuatmen und dich zu fragen:
Will ich das wirklich so weitermachen?
Nicht morgen. Nicht irgendwann. Sondern jetzt.
🌿 Wenn du tiefer gehen möchtest
Wenn dich solche Momente berühren und du spürst, dass da mehr in dir ist, dann darfst du anfangen, genauer hinzuschauen. Genau dafür teile ich regelmäßig Impulse aus meiner Arbeit als Achtsamkeitstrainerin – kleine, alltagstaugliche Gedanken, die dich zurück zu dir bringen.
👉 Du kannst dich dafür gern in meinen Newsletter eintragen und einmal pro Woche einen achtsamen Impuls erhalten.
Und wenn du merkst, dass du nicht nur lesen, sondern wirklich etwas verändern möchtest, dann findest du in meinem 3-Wochen-Klarheitsprozess einen Raum, in dem genau das möglich ist. Nicht theoretisch, sondern ehrlich und begleitet.
✨ Abschluss
Vielleicht ist es kein großer Umbruch, der alles verändert. Vielleicht ist es einfach dieser eine Moment, in dem du aufhörst, dich abzulenken und anfängst, dir selbst wirklich zu begegnen.



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