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Warum uns plötzlich alles anstrengt, obwohl sich im Außen nichts verändert hat


Es gibt Tage, die beginnen wie jeder andere.


Der Wecker klingelt zur gleichen Zeit. Der Kaffee schmeckt wie gestern. Draußen fahren Autos vorbei, irgendwo bellt ein Hund, und der Kalender sieht nicht voller aus als noch vor einer Woche.


Eigentlich hat sich nichts verändert und trotzdem fühlt sich plötzlich alles schwerer an.

Der Gedanke an den Einkauf kostet Überwindung. Eine Nachricht zu beantworten wird auf später verschoben. Der Wäschekorb bleibt stehen, obwohl er gestern genauso voll gewesen ist. Selbst kleine Entscheidungen scheinen plötzlich erstaunlich viel Energie zu kosten.

Fast unbemerkt taucht der Gedanke auf: Was stimmt eigentlich gerade nicht mit mir?


Ich glaube, fast jeder kennt solche Tage. Sie wirken zunächst rätselhaft, weil wir im Außen nach einer Erklärung suchen und keine finden. Der Alltag sieht aus wie immer, und doch fühlt er sich anders an. Früher habe ich in solchen Momenten versucht, mich einfach zusammenzureißen. Ich dachte, ich müsste nur disziplinierter sein oder mich noch ein wenig mehr anstrengen. Heute weiß ich, dass diese Antwort für mich nie die richtige war.


🌿 Interessanter Gedanke


Manchmal verändert sich nicht zuerst unser Alltag, sondern oft verändert sich zuerst die Art, wie unser Körper auf diesen Alltag reagiert. Nicht jede Erschöpfung hat dieselbe Ursache und jede körperliche Beschwerde erzählt dieselbe Geschichte. Trotzdem lohnt es sich, mal neugierig hinzuhören, bevor wir alles möglichst schnell wieder verschwinden lassen möchten.


Aus dieser Neugier heraus begann ich, mich im Laufe meiner Ausbildung und meiner eigenen Entwicklung intensiver mit unserem Nervensystem zu beschäftigen. Anfangs wollte ich einfach nur verstehen, warum ich mich an manchen Tagen voller Energie fühlte und an anderen schon von kleinen Dingen erschöpft war. Je mehr ich darüber las und lernte, desto faszinierter war ich. Mir war vorher überhaupt nicht bewusst gewesen, wie unglaublich viel unser Nervensystem den ganzen Tag für uns leistet – und wie viele Faktoren Einfluss auf unser Wohlbefinden haben. Manche Erkenntnisse haben mich wirklich überrascht. Zum Beispiel die Tatsache, dass unser Körper auch nach den Wechseljahren seinen eigenen Rhythmus behält. Die monatliche Blutung endet irgendwann, viele innere Prozesse und Zyklen jedoch nicht. Ich erinnere mich noch gut daran, wie erstaunt ich darüber war. Es war einer dieser Momente, in denen ich dachte: Warum erzählt uns das eigentlich niemand?


Es hilft uns nicht nur dabei, mit Stress umzugehen. Es entscheidet mit darüber, ob wir uns sicher fühlen, ob wir entspannen können, wie wir auf Belastungen reagieren und wie schnell wir nach anstrengenden Phasen wieder in unser Gleichgewicht zurückfinden. Eigentlich begleitet es uns in jedem einzelnen Moment unseres Lebens und trotzdem schenken die meisten von uns ihm kaum Aufmerksamkeit.


Vor einigen Tagen habe ich meinen Kalender ganz bewusst einmal nicht bestimmen lassen, wie mein Tag auszusehen hat. Ich habe mir Zeit gelassen, schöne Gespräche geführt, Dinge in meinem eigenen Tempo erledigt und mir erlaubt, einfach den Moment zu genießen. Als ich heute Morgen aufgewacht bin, fiel mir auf, wie viel gelassener ich war. Dieselben Situationen waren noch da, aber ich bin ihnen anders begegnet.


Diese Erfahrung erinnert mich immer wieder daran, dass unser Nervensystem nicht nur auf Belastungen reagiert. Es reagiert genauso auf alles, was uns Kraft schenkt. Auf Ruhe. Auf Natur. Auf Menschen, bei denen wir uns angenommen fühlen. Auf Gespräche, nach denen wir mit einem Lächeln nach Hause gehen. Auf Lachen. Auf kleine Auszeiten, in denen wir einmal nichts leisten müssen.


Genauso spürt unser Nervensystem aber auch dauerhafte Anspannung, Konflikte oder eine Atmosphäre, in der wir ständig auf der Hut sind. Nicht allem können wir aus dem Weg gehen. Das Leben besteht nun einmal nicht nur aus schönen Momenten. Umso wichtiger erscheint es mir, dass wir uns immer wieder kleine Inseln schaffen, auf denen unser Inneres einmal durchatmen darf.


Auch unsere Sprache macht mich in diesem Zusammenhang immer wieder nachdenklich.


Wir sagen, dass uns etwas im Magen liegt. Dass wir eine schwere Last auf den Schultern tragen. Dass uns etwas den Atem nimmt oder wir ein ungutes Bauchgefühl haben. Ob sich hinter solchen Redewendungen im Einzelfall tatsächlich ein Zusammenhang verbirgt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Mich machen sie trotzdem neugierig. Sie erinnern mich daran, meinem Körper aufmerksam zuzuhören, statt ihn nur möglichst schnell wieder zum Funktionieren bringen zu wollen.


Seit ich mich mit diesen Zusammenhängen beschäftige, hat sich eine Frage in meinem Alltag verändert. Früher fragte ich mich oft: Was stimmt eigentlich nicht mit mir?

Heute frage ich mich viel häufiger: Was möchte mir mein Körper gerade zeigen?


Allein diese kleine Veränderung nimmt erstaunlich viel Druck heraus. Aus Selbstkritik wird Neugier. Aus einem inneren Kampf wird eine Einladung, genauer hinzuschauen.

Für mich beginnt Achtsamkeit genau dort.


Nicht damit, sofort eine Antwort auf alles finden zu müssen. Sondern damit, zunächst einmal wahrzunehmen, was gerade da ist – möglichst ohne Bewertung und ohne vorschnelles Urteil. Denn erst wenn wir bereit sind hinzuschauen, entsteht überhaupt die Möglichkeit, uns selbst besser zu verstehen.


Drei Fragen für dich


💭 Wann hast du zuletzt bemerkt, dass dir plötzlich alles zu viel wurde, obwohl sich im Außen kaum etwas verändert hatte?


💭 Welche kleinen Momente schenken dir neue Kraft und helfen dir dabei, wieder etwas mehr bei dir anzukommen?


💭 Wenn dein Körper heute mit dir sprechen könnte – was glaubst du, würde er dir gerade sagen?


Ich freue mich auf den Austausch


Mich würde interessieren, ob du solche Tage auch kennst. Wann hast du zuletzt gespürt, dass plötzlich alles schwerer wurde, obwohl sich im Außen kaum etwas verändert hatte?

Wenn du magst, erzähl mir davon unten in den Kommentaren. Ich lese jeden einzelnen Kommentar und freue mich darauf, deine Gedanken kennenzulernen.


Falls dir ein persönlicher Austausch lieber ist, kannst du mir auch jederzeit eine E-Mail an lebensfreudeistherzsamkeit@gmail.com schreiben. Nicht alles möchte man öffentlich teilen und das ist vollkommen in Ordnung.


Wenn dich solche Gedanken begleiten, findest du hier im Blog, in meinem Newsletter und auf Instagram regelmäßig neue Impulse rund um Achtsamkeit, Selbstreflexion und den liebevollen Blick auf das Leben.


🌿 Auf Instagram findest du mich unter @herzsamkeit_lebensfreude.


Und vielleicht nimmst du heute nur diesen einen Gedanken mit:


Achtsamkeit beginnt nicht damit, sofort Antworten zu finden. Sie beginnt damit, einen Moment innezuhalten und sich selbst mit derselben Freundlichkeit zu begegnen, die wir einem lieben Menschen schenken würden.

Fühl dich gedrückt.


Gitti 💛

 
 
 

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